Im Gespräch mit Prof. Dr. Hainbuch: Was bedrop von einem Bienenexperten lernen durfte

Bei bedrop dreht sich seit Jahren alles um die Welt der Bienen und ihre wertvollen Schätze. Manchmal trifft man dabei Menschen, vor deren Erfahrung man einfach den Hut zieht. Menschen, die mit ruhiger Selbstverständlichkeit von Dingen erzählen, an denen andere ein ganzes Leben forschen würden. So einen Nachmittag durften wir mit Prof. Dr. Friedrich Hainbuch verbringen. Wissenschaftler, leidenschaftlicher Imker und Autor des Buches „Die Heilkraft der Bienen". Was als Interview begann, wurde schnell zu einem Austausch, der uns nicht mehr losgelassen hat.
Vom Hörsaal an den Bienenstock
Prof. Dr. Hainbuch, Jahrgang 1953, hat einen ungewöhnlich facettenreichen Lebensweg hinter sich. Drei Doktortitel, in Theologie, in Sportwissenschaften und in der Medizin. Bevor er sich ganz der Apitherapie widmete, verbrachte er rund zwanzig Jahre als Religionslehrer im Schuldienst. Heute lehrt er als Associated Professor an der Universität Oradea in Rumänien. Was uns wirklich beeindruckt hat: Bei all den Titeln und Büchern ist er einfach nah an den Bienen geblieben. Auf seinem alten Bauernhof betreut er sechs eigene Bienenvölker. Im Frühjahr und Sommer schleudert er seinen Honig mit eigenen Händen.
Der Wendepunkt zur Biene kam mit den Nachrichten über das weltweite Bienensterben. Aus „darüber lesen" wurde „etwas tun". Auf seinem Hof gab er nicht nur den Bienen ein Zuhause, sondern auch Pferden, Hunden, Katzen und zusammen mit dem NABU, einem der größten deutschen Naturschutzverbände, sogar einer bedrohten Schleiereule.
Besonders nachhallend war für uns die Ruhe und Tiefe, mit der er von Bienen spricht. Als Heilpraktiker beschäftigt er sich seit vielen Jahren mit der Anwendung von Bienenprodukten und setzt sie in seiner Arbeit mit Patienten ein. Apitherapie, also die Anwendung von Bienenprodukten zur Unterstützung des Wohlbefindens, ist für ihn kein Trend, sondern jahrtausendealtes Wissen, das es neu zu entdecken gilt. Eine Tradition, die schon im alten Ägypten ihren Platz hatte und bis heute in Mittel und Osteuropa, in Asien und in Amerika gepflegt wird.
Während Apitherapie in Deutschland noch eher ein Nischenthema ist, gehört sie in Ländern wie Rumänien, Russland oder China längst zum Alltag der Komplementärmedizin. Hainbuch hat es sich zur Aufgabe gemacht, dieses Wissen auch hierzulande sichtbarer zu machen. Wie tief seine Verbindung zu diesem Thema reicht, zeigt sich auch international: Die Sektion für Apitherapie des Slowenischen Imkerbundes hat ihn zum Ehrenmitglied ernannt und mit einer Plakette für besondere Verdienste um die Apitherapie ausgezeichnet.
Was wir aus dem Gespräch mitgenommen haben
Wir hatten viele Fragen mitgebracht. Über Honig, über Propolis, über Gelée Royale. Über das, was die Bienen uns schenken. Und darüber, was Menschen im Lauf der Jahrhunderte daraus gemacht haben. Prof. Dr. Hainbuch hat sich Zeit genommen und überraschend offen geantwortet.
„Manuka Honig sollte in keiner Hausapotheke fehlen."
Es sind Sätze wie dieser, die hängen bleiben. Nicht, weil sie gut formuliert wären, sondern weil dahinter Jahrzehnte an Praxis, Forschung und gelebter Erfahrung stehen. Genau diese Mischung macht den Unterschied.
Praktisches Bienenwissen, leicht erklärt

„Die Heilkraft der Bienen" ist nur eines von mehreren Büchern, die Prof. Dr. Hainbuch über die Welt der Bienen geschrieben hat. Es nimmt Dich mit in die Welt, von der er auch im Gespräch so lebendig erzählt. Auf 144 Seiten beschreibt er die besonderen Schätze des Bienenstocks. Honig, Propolis, Gelée Royale, Blütenpollen und vieles mehr. Und er zeigt, wie Du dieses Wissen ganz konkret in Deinen Alltag integrieren kannst.
Das Schöne: Es ist kein trockenes Fachbuch. Du findest darin Rezepte aus dem alten Ägypten, Tipps aus moderner Apitherapie und Wissen, das seit Generationen weitergegeben wird. Verständlich für jeden, ganz ohne Fachkenntnisse. Ein Buch, das Wissenschaft und Lebenspraxis zusammenbringt.
Mehr Aufmerksamkeit für die Bienen
Was wir aus dem Gespräch mitnehmen, geht über Anwendung und Wirkung hinaus. Prof. Dr. Hainbuch hat uns daran erinnert, wie eng unser Wohlbefinden mit dem der Bienen verknüpft ist. Ohne Bienen kein Honig, keine Bestäubung, kein gesundes Ökosystem.
Wie breit sein Engagement ist, zeigt sich auch in seinen weiteren Büchern. In „Das lautlose Sterben der Bienen" zeigt er, wie viel von unserem eigenen Leben an den Bienen hängt. Und genau diese Klarheit hat uns die eigene Verantwortung nochmal bewusst gemacht.
Nach diesem Treffen blieb bei uns ein Gefühl: einen Menschen kennengelernt zu haben, der seine Begeisterung nie verloren hat. Und genau das nehmen wir mit. Eine leise, ehrliche Verbundenheit zur Welt der Bienen, die noch lange nachklingt. Und genau dieser Gedanke trägt uns auch in unserer eigenen Arbeit. Er bestärkt uns in unserem Warum und macht uns stolz auf das, was wir bei bedrop jeden Tag tun.

